Auch wenn man ein Elektroauto fährt und daher eine konventionelle Tankstelle nicht mehr benötigt, so ist gerade hier dennoch ein wenig Aufklärungs- und Informationsarbeit nötig, um zu verstehen, wie ein Elektroauto geladen wird.
Elektroauto zu Hause laden
In den meisten Fällen, wenn der Wohnort es zulässt, wird man sein Elektrofahrzeug überwiegend zu hause laden. Hier ist bei den meisten Herstellern ein spezielles Ladekabel vorgesehen. Dieses Ladekabel wird auch gerne unter E-Autofahrern liebevoll „Ziegel“ genannt. Denn hier kann das Kabel an einer haushaltüblichen Schuko-Steckdose angeschlossen werden. Der sogenannte Ziegel übernimmt dabei die Prüfung des Ladestroms und des Ladezustands des Fahrzeugs. Hierbei wird in der Regel die Steckdose mit maximal 10 Ampere belastet, sodass hier maximal 2,3 kW geladen wird. Das dauert bei einem leeren 27 kW Akku rund 12 Stunden. Oftmals schreckt diese Angabe ab, jedoch fährt man auch bei einem Verbrennerfahrzeug selten den Tank leer. Somit liegt man in der Regel bei 40-50% Rest-Akku und lädt rund 5-6 Stunden nach. Für die Nacht allemal in Ordnung, zudem ist der Strompreis, den man bei seinem Energieversorger individuell vereinbaren kann, hier ein großer Vorteil. In der Regel wird man aber für zu Hause früher oder später über eine sogenannte Wallbox nachdenken und hier eine Station anbringen oder aufstellen, die mit bis zu 22 kW lädt. Hier gewinnt nicht nur der Komfort, da man nicht dauernd das Ladekabel wegräumen muss, sondern auch ein Zwischentanken geht recht zügig, in 2-3 Stunden, von statten. Selbst eine halbe Stunde zwischenladen bringt hier locker den Einkaufsweg hervor.
Elektroauto an Typ-2 Ladesäulen laden
Die in Deutschland meist verbreiteten Ladesäulen nutzen den sogenannten Typ-2 Stecker, der in aller Regel mit 11 oder 22 kW lädt. Hierbei muss auch das Fahrzeug diesen Stecker vorweisen. Da fängt auch schon der Wirr-Warr an, denn es gibt mehr als nur einen Typen an Stecker für Elektroautos. So sind die Asiaten als Pioniere der E-Mobilität mit dem Typ-1 Stecker begonnen und Tesla nutzt eine eigene Variante des Typ-2 Steckers. Jedoch ist es mittlerweile so, dass viele Autos zwei Lademöglichkeiten, gegen Aufpreis, anbieten. In der Regel kann derzeit jedes Fahrzeug ohne Schnellader mindestens mit einer Typ-2 Ladesäule bedient werden. Bei einigen Fahrzeugen mit Typ-1 Anschluss kann mit einem speziellen Ladekabel von Typ-2 auf Typ-1 geladen werden. Somit wird man in aller Regel häufig an diesen Ladesäulen unterwegs beim Einkaufen oder Terminen laden.
Schnellader für Elektroautos
In der Regel bedeutet, dass bei rund 20% Akku benötigt man lediglich 20 Minuten und man kann wieder weiterfahren. Natürlich kann es bei einem Standard nicht bleiben und mit der Angst der deutschen Autobauer vor den Herstellern in Fernost, wurde ein weiterer Standard entworfen der sich CCS nennt und hauptsächlich in deren Fahrzeugen als kostenpflichtige Option verbaut wird. Jedoch egal um welchen Standard es sich hier handelt, die Schnelllademöglichkeit verhilft dem Elektroauto erst richtig zum Durchbruch, da hier vorherige Reichweitenhürden deutlich genommen sind. Somit ist derzeit z.B. von Dortmund nach Berlin an fast jeder Raststätte ein Schnelllader vorhanden, sodass man hier gerade mal eine Stunde mehr benötigt um anzukommen und diesen Weg auf sich nehmen kann. Dazu ist es derzeit so, dass diese Lader alle kostenlos Strom abgeben!
Die Zukunft der Ladeinfrastruktur
Gerade zum Thema der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität wir derzeit viel investiert und geplant. Sodass neben dem Förderprogramm der Bundesregierung mit rund 300 000 000€ auch an den Standards nachgedacht wird und hier derzeit gerade an Autobahnen sogenannte TripleCharger entstehen und in vielen komunen nun endlich weitere Lademöglichkeiten entstehen. Ein weiteres Thema ist auch die Möglichkeit der Abrechnung und Bezahlung der Ladestationen, obwohl hier derzeit viele kostenlos den Strom abgeben, so ist dennoch die Bezahlung derzeit abhängig von den Anbietern. So kann es passieren, dass man in hamburg plötzlich drei verschiedene Anbieter antrifft mit drei verschiedenen Bezahlmöglichkeiten. Mal durch eine App oder eine Ladekarte, sodass hier derjenige gekniffen ist, der nicht die richtige Lösung parat hält. Jedoch ist auch hier Licht am Tunnel zu sehen, sodass immer mehr Stadtwerke oder Dienstleister sich zu Roamingverbunden zusammentun.